Blitztest: Setzen die Billigflieger die neuen EU-Gesetze um? Endpreise oder Lockvogel?

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Duisburg, 04.11.08. Seit dem 1. November 2008 sind die Airlines dazu verpflichtet, die Ticketpreise mit allen zusätzlichen Kosten anzuzeigen. Ohne Einverständnis der Kunden dürfen auch keine weiteren Gebühren, wie z.B. eine Reiseversicherung, in Rechnung gestellt werden.

Lockvogel-Angebote und versteckte Zusatzkosten sollen damit der Vergangenheit angehören. Doch haben die Airlines diese Richtlinien umgesetzt? In einem Blitztest hat das namhafte Reiseinfo-Portal www.fliegen-sparen.de getestet, ob der Passagier bei der Buchung nun den tatsächlichen Flugpreis auf einen Blick erkennen kann.

Ergebnis: Von allen getesteten Airlines haben nur die Hälfte die neue Regelung berücksichtigt.

Air Berlin erfüllt die Kriterien, allerdings wird die Service Charge von 10 Euro erst nach der allgemeinen Preisübersicht aufgeschlagen. Eine Reiseversicherung ist nicht markiert. Wenn bei der Buchung des Tickets eine Kreditkartengebühr erhoben wird, muss auch eine zusätzliche kostenfreie Alternative angeboten werden. Bei Air Berlin ist die Kreditkartenzahlung voreingestellt, die noch mal 5 Euro extra kostet. Beim Lastschriftverfahren wird keine Extragebühr erhoben. Die ist aber nur bis maximal 7 Tage vor Abflug möglich. Ein Gepäckstück von 20 kg ist kostenlos.

Easyjet hat den Reiseschutz bereits für den Passagier automatisch ausgewählt, obwohl dies erst eine Zustimmung des Kunden vorausgesetzt hätte. Zudem ist die Auswahl eines Gepäckstückes mit einem Maximalgewicht von 20 kg voreingestellt. Kostenpunkt: 18 Euro.

TUIfly: Die Details der Kosten können durch einen zusätzlichen Klick eingesehen werden. Ein Gepäckstück bis 20 Euro ist frei. Die Reiseversicherung ist automatisch ausgewählt. Wer mit der Kreditkarte zahlen will, zahlt bei internationalen Flügen 6 Euro extra, bei nationalen 7,14 Euro.

Ryanair: Ganz unübersichtlich bleibt es beim irischen Billigflieger. Kostenpflichtige Zusatzoptionen wie das Priority Boarding ist ebenso automatisch ausgewählt wie der 12 Euro teure Reiseschutz. In den Steuern und Gebühren ist zudem die untersagte „Rollstuhlgebühr“ versteckt. Entfernen kann man diese Gebühr nicht. Das sind immerhin 5,99 Euro pro Flug! Obwohl wir Reiseversicherung und Priority Boarding entfernt haben, zahlen wir allein für 1 Gepäckstück bis 15 kg und die Flughafenabfertigung insgesamt 30 Euro extra. Kreditkartenzahlung kostet ebenso wie der Bankeinzug 5 Euro, nur bei Electron-Karten wird keine Gebühr erhoben (Prepaid Debitkarte, die auf Basis der vorher eingezahlten Beträge geführt wird und belastet werden kann). Darüber hinaus wird bei dem Entfernen der Reiseversicherung ein Fenster geöffnet, das noch mal für den Abschluss der Versicherung wirbt.

SkyEurope arbeitet ebenso mit der nervigen Funktion. Bei dieser Fluggesellschaft können zwar die Servicegebühren durch einen Zusatzklick sofort aufgeschlüsselt werden, dafür ist aber auch die Reiseversicherung automatisch ausgewählt. Die Zahlungsgebühr und der Preis für ein Gepäckstück bis 20 kg pro Flug wird darüber hinaus automatisch auf den Flugpreis aufgeschlagen. Will der Passagier kein Gepäck oder mehrere Gepäckstücke aufgeben, muss er dies erst in der Anzeige verändern. Wer seine Kreditkarte nutzen will, zahlt 5 Euro extra.

Wizzair, Flybe, Germanwings und Norwegian haben die Regelung zum größten Teil umgesetzt. Die Gebühren können hier meist durch einen zusätzlichen Klick detailliert eingesehen werden, weitere kostenpflichtige Optionen, wie eine Reiseversicherung, sind nicht automatisch ausgewählt. Bei Germanwings und Wizzair kostet es allerdings extra wenn man nicht per Lastschrift zahlt. Zudem gilt bei Germanwings eine Vorausbuchungsfrist von 10 Tagen. Bei Norwegian hat man nur die Möglichkeit mit einer Kreditkarte zu bezahlen. Auch das Gepäck ist nicht immer kostenfrei. Bei Wizzair wird man z.B. für ein Gepäckstück bis 20 kg 10 Euro los.

Die Pressemeldung ist frei zum Abdruck. Beleg wird erbeten!

2015-04-21T11:32:19+00:00 September 4th, 2013|fliegen-sparen.de|Kommentare deaktiviert für Blitztest: Setzen die Billigflieger die neuen EU-Gesetze um? Endpreise oder Lockvogel?